
In Hartkirchen nutzen bereits über 20 Vereine die GEM2GO-Funktion „Mein Verein“, um sich zu präsentieren und mit ihren Mitgliedern zu kommunizieren. Ein Praxisbeispiel, das zeigt: Digitalisierung im Vereinsleben funktioniert – wenn man die richtigen Werkzeuge hat.
Roland Schauer - Amtsleiter Hartkirchen
Als Roland Schauer, Amtsleiter der Gemeinde Hartkirchen, zum ersten Mal von „Mein Verein“ hörte, war ihm sofort klar: Das brauchen wir. Mit knapp 4.000 EinwohnerInnen und sage und schreibe 56 Vereinen ist die oberösterreichische Gemeinde ein Paradebeispiel für lebendiges Vereinsleben. Die Herausforderung: Wie erreicht man all die Menschen, die sich engagieren wollen – auch über Gemeindegrenzen hinweg? „Die Vereinsmitglieder kommen ja nicht nur aus Hartkirchen“, erklärt Schauer. „Mein Verein bietet genau diese Möglichkeit, über die Gemeindegrenzen hinauszugehen.“
EINE IDEE AUS DER PRAXIS
Die Idee zu „Mein Verein“ entstand dort, wo gute Ideen oft entstehen: in der Praxis. „Es waren Vereine, die an die Gemeinden herangetreten sind und gesagt haben: Wir wollen auch auf der Website oder in der App präsent sein“, erzählt Gregor Gollner, Business Development Manager bei der RIS GmbH. Was als einfacher Brancheneintrag begann, entwickelte sich kontinuierlich weiter. Heute können Vereine über „Meine Seite“ – eine Art Redaktionssystem – nicht nur ihre Stammdaten pflegen, sondern auch Veranstaltungen anlegen, Newsbeiträge erstellen und intern mit ihren Mitgliedern kommunizieren.
EIN VEREINSABEND ALS STARTSCHUSS
Belinda Kastner - Mitarbeiterin Bürgerservice Hartkirchen
In Hartkirchen wollte man die Vereine aktiv abholen. Im Mai organisierte die Gemeinde gemeinsam mit der RIS einen Schulungsabend vor rund 25 Vereinen. Belinda Kastner, Mitarbeiterin im Bürgerservice, hatte im Vorfeld das Interesse abgeklopft. „Als ich genug Feedback hatte, haben wir die Schulung organisiert“, berichtet sie. „Ab Mitte Mai sind dann wirklich alle eingestiegen.“ Die Resonanz? Durchwegs positiv. „Bei der Schulung waren auch ältere Vereinsmitglieder dabei, die begeistert waren“, so Kastner. „Das Vorurteil, dass nur die Jungen das Tool nutzen, stimmt überhaupt nicht.“
Die Nutzung ist denkbar einfach. Vereine registrieren sich auf mein.gem2go.at und können sofort loslegen. Belinda Kastner fungiert als Schnittstelle: „Ich verknüpfe den Benutzer mit dem Verein. Sobald das gemacht ist, ist der Verein sofort aktiv. Ich bin dann der letzte Kontrollpunkt – ich schaue mir Veranstaltungen an, korrigiere, wenn nötig, und gebe frei.“
Das Beste: Für die Vereine ist die Nutzung komplett kostenfrei. „Die Gemeinde trägt die Kosten“, erklärt Gollner. Über 90 Prozent der GEM2GO Gemeinden haben „Mein Verein“ bereits im Paket dabei. „Früher musste der Vereinsobmann einen Flyer per E-Mail an die Gemeinde schicken“, sagt er. „Die Gemeinde musste das dann händisch einpflegen – oft für 20, 30 Vereine. Ein riesiger Aufwand.“ Mit „Mein Verein“ können die Vereine ihre Veranstaltungen selbst eintragen und bei Bedarf ändern.
Ein starkes Beispiel aus der Praxis: Die Seniorenbund-Gruppe Hartkirchen hat gemeinsam mit der Feuerwehr Haizing einen BZ-Radtag auf die Beine gestellt. Und der Erfolg konnte sich sehen lassen! „Heuer waren so viele Interessierte da wie noch nie in der gesamten Geschichte des BZ-Radtags – und das aus mehreren Bezirken“, berichtet Kastner begeistert. Der entscheidende Faktor? Die überregionale Sichtbarkeit durch “Mein Verein”
DIGITALISIERUNG, DIE ZUSAMMENBRINGT
„Wissensvermittlung und Kommunikation – das sind für mich die Schlagworte“, sagt Schauer. „Wenn die Menschen in der App sehen: Da tut sich was – dann kriegen die Vereine vielleicht mehr Zulauf. Und wir als Gemeinde sind die Schnittstelle.“ Aktuell nutzen über 20 Vereine in Hartkirchen die Plattform aktiv. „Wir schicken regelmäßig Infos raus und fragen nach: Wie geht’s euch damit?“, sagt Kastner. Die Rückmeldungen fließen direkt in Verbesserungen ein. „Die RIS GmbH geht auf individuelle Bedürfnisse ein und setzt Verbesserungen zeitnah um“, lobt Schauer die Zusammenarbeit. Hartkirchen zeigt: Digitalisierung im Vereinsleben funktioniert – wenn man die Vereine abholt und ihnen die richtigen Werkzeuge in die Hand gibt.
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